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Fahren unter Alkohol

Alkohol am Steuer ist immer noch eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Und dennoch gilt Blaufahren bei vielen weiterhin als Kavaliersdelikt. Welchem Risiko man sich und andere dabei aussetzt, zeigt die Statistik: Gemäss dem Bundesamt für Strassen kamen 2015 bei alkoholbedingten Unfällen 38 Menschen ums Leben, 1838 wurden dabei verletzt.

Nicht zu unterschätzen: die Wirkung von Alkohol

Schon kleine Mengen Alkohol haben unmittelbare Auswirkungen und erhöhen das Unfallrisiko. Alkohol mindert das Konzentrations- und Reaktionsvermögen, schränkt das Sehfeld ein, vermindert die Koordinationsfähigkeit und trägt zudem zu Selbstüberschätzung wie auch zu erhöhter Aggressivität bei.

So ist das mit den Promillewerten

Ein normal grosses alkoholisches Getränk – beispielsweise 3 Deziliter Bier, 1 Deziliter Wein oder 2 Zentiliter Schnaps – führt im Schnitt bereits zu 0,2 bis 0,3 Promille Blutalkohol. Das wirkt sich auf Erwachsene wie folgt aus:

Ab 0,2 Promille sorgt Alkohol schon für erste Einschränkungen bei Wahrnehmung, Konzentration und Reaktion. Die Risikobereitschaft steigt, die Urteilsfähigkeit nimmt ab.

Ab 0,5 Promille beginnen sich Gesichts- und Blickfeld zu verengen (Tunnelblick). Die Einschätzung von Entfernungen sowie die Hell-Dunkel-Anpassung der Augen verschlechtern sich. Die Probleme hinsichtlich Risikobereitschaft und Urteilsfähigkeit nehmen zu.

Ab 0,8 Promille werden die genannten Probleme immer grösser. Zudem kommt es zu ersten Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsproblemen. Eine gewisse Enthemmung tritt auf, die auch in Aggressivität umschlagen kann.

Ab 1,0 Promille verstärken sich alle genannten Probleme, ausserdem kommt es zu einem Verlust der Kritikfähigkeit und zu Verwirrtheit.

Ab 1,6 Promille müssen Alkolenker seit 1. Juli 2014 zum Verkehrsmediziner. Dieser untersucht, ob jemand grundsätzlich überhaupt noch geeignet ist, sich ans Steuer zu setzen. Das gilt auch bereits bei Ersttätern.

Bei 2,0 bis 3,0 Promille spricht man vom Betäubungsstadium, bei allen Werten darüber handelt es sich um das Lähmungsstadium.

Werte ab 4,0 Promille führen in der Regel zu Atemstillstand und Tod.

Alkoholverbot für Junglenker

Bei Junglenkern macht sich die Wirkung des Alkohols noch stärker bemerkbar als bei routinierten Autofahrern. Aufgrund geringerer Erfahrung sind sie beim Autofahren stärker gefordert. Als Massnahme zur Umsetzung des Verkehrssicherheitsprogramms «Via Sicura» gilt seit 1. Januar 2014 für Junglenker mit Führerausweis auf Probe ein Alkoholverbot. Die Toleranz liegt bei 0,1 Promille.

Pro Stunde baut der Körper nur rund 0,1 Promille ab. Beschleunigen lässt sich das nicht. Weder durch Schlafen noch durch bestimmte Speisen wie saure Gurken mit Rollmops. Und Kaffee kann den Abbau sogar verlangsamen. Wer also mit reichlich Promille ins Bett fällt, muss am Morgen immer noch mit hohen Blutalkoholwerten rechnen.

Im Klartext: Mit einer einzigen Autofahrt in alkoholisiertem Zustand kann man sein eigenes Leben und das von anderen aufs Spiel setzen.

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